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Imposter: FamilienspieleabendImposter

Imposter: Meine Oma hat die Regeln kaum verstanden und trotzdem uns alle vierzehn reingelegt

Gepostet von u/imposter_nana auf r/boardgames · 24. Juli 2026

Nach dem Sonntagsessen saßen wir zu vierzehnt im Wohnzimmer meiner Tante zusammengepfercht, ein Handy wurde von Hand zu Hand weitergereicht, damit jeder einen Blick auf das geheime Wort werfen konnte. Meine Oma fragte ständig: „Moment, ich soll also ein Wort sagen worüber?“, und wir waren uns alle sicher, dass sie an diesem Abend am leichtesten zu durchschauen sein würde. Das Wort in dieser Runde war „Vulkan“, und alle außer einem von uns hatten es zwei Sekunden lang auf dem Bildschirm aufleuchten sehen, bevor sie das Handy weiterreichten.

Wir gingen der Reihe nach im Kreis herum und sagten laut jeweils einen Hinweis. Mein Cousin sagte „heiß“. Mein Onkel sagte „ausbrechen“. Meine Schwester sagte „Asche“. Dann war Oma dran, und sie sagte einfach noch einmal „heiß“, schön langsam, als würde sie das Wort zum ersten Mal ausprobieren. Ein paar von uns lachten es weg und dachten, sie sei einfach nicht ganz bei der Sache. Zwei Personen später sagte auch noch jemand „ausbrechen“, und ich erinnere mich, dass ich das ein bisschen seltsam fand, aber nicht verdächtig.

Als die Abstimmung anstand, hatten sich drei von uns still auf meinen Onkel festgelegt, weil sein Hinweis am vagsten gewirkt hatte, und ehrlich gesagt hatte niemand auch nur einen Blick auf Oma geworfen. Sie hatte in jeder einzelnen Runde ein echtes, gültiges Wort gesagt, immer nur einen Takt hinter der Person davor, und es passte jedes Mal technisch gesehen zum Thema Vulkan. Wir wählten meinen Onkel raus, er drehte sein Handy um, um zu beweisen, dass er das Wort die ganze Zeit gekannt hatte, und der ganze Raum wurde mucksmäuschenstill.

Schließlich sagte jemand: Moment, hat überhaupt jemand Omas Bildschirm gecheckt? Sie lächelte nur und gab zu, dass sie überhaupt nichts gesehen hatte. Sie hatte die ganze Runde über auf den allerersten Hinweis gelauscht und ihn dann still in ihren eigenen Worten recycelt, und es funktionierte, weil niemand die Person verdächtigt, die behauptet, die Regeln nicht zu verstehen. Als wir sie enttarnten und sie ihren einen Rateversuch bekam, tippte sie auf „Lava“ statt „Vulkan“ und lag nur knapp daneben – die ganze Zeit über grinsend.

Seitdem spielen wir es bei jedem Familientreffen, und mittlerweile gibt es eine feste Regel: Oma kommt direkt nach der Person dran, die in dieser Runde die Regeln erklärt hat, denn Verwirrung ist offenbar ihre beste Tarnung. Wenn es in eurer Familie einen Verwandten gibt, den bei Spielen alle unterschätzen, solltet ihr ihn als Imposter nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Probiert diese Spielfrage aus

Setzt beim nächsten Mal das ruhigste oder am meisten „verwirrt wirkende“ Familienmitglied früh in die Hinweis-Reihenfolge und beobachtet, wie leicht sich ein wiederholter Hinweis mitten unter aller Augen verstecken kann.

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